Skip to content
29. Juli 2012 / AL

Warum eigentlich dieses Blog?

Als 2007/08 die Finanzkrise ausbrach, fragte ich mich wie jeder andere: Was ist da eigentlich passiert? Warum ist es passiert? Was soll man dagegen tun – und wie kann man verhindern, dass es nochmal passiert? Die Wirtschaft stürzte ab, Leute verloren ihre Arbeit, Firmen gingen Pleite, und über allem schwebte das Gespenst der Weltwirtschaftskrise der 30er Jahre – die Drohung, dass alles noch schlimmer werden könnte. Die Antworten vieler Ökonomen und vieler Politik klangen auf einmal oberflächlich und viel weniger überzeugend. Wirtschaft und Wirtschaftspolitik rückten noch mehr in den Fokus als ohnehin schon, und mir ging auf, wie wenig Ahnung ich eigentlich davon hatte. Also fing ich an, mehr oder weniger systematisch nach Antworten zu suchen, Bücher und Blogs zu dem Thema zu lesen und mir aus vielen Puzzlestückchen ein Bild zusammenzusetzen. Und die ganze Zeit wünschte ich mir, ein Buch oder ein Blog zu finden, das mir die grundlegenden Zusammenhänge nachvollziehbar und gut begründet erklären würde – keine Ansammlung vorgefertigter Antworten, sondern ein Wegweiser, wie man die Antworten findet und sich ein Bild macht. Ich fand es nicht. Und irgendwann, während einer leidenschaftlichen Diskussion über Wirtschaftspolitik, bekam ich die Frage an den Kopf geworfen „warum schreibst Du eigentlich kein Wirtschaftsblog“?

Ja, warum eigentlich nicht? Meine erste Antwort war „es wäre nicht so gut wie andere, die es schon gibt“. Und das stimmt – wenn es um die Analyse aktueller Wirtschaftsnachrichten geht. Aber ein Blog, das einem ein ökonomisches Einmaleins an die Hand gibt, hatte ich immer noch nicht gefunden. Und jetzt versuche ich eben, selbst eines zu schreiben.

Ehrlich gesagt rechne ich damit, viel Widerspruch zu ernten: Zum einen habe ich keine formale Ausbildung zu dem Thema, zum anderen wird einiges, was ich schreibe, nicht zu dem passen, was man in Zeitungen oder in Interviews mit Ökonomen liest und hört. Aber Ökonomie ist eine Sozialwissenschaft und verfügt deswegen über keine einfachen und eindeutigen Antworten (weswegen sich Ökonomen oft genug gegenseitig in Bausch und Bogen widersprechen) und außerdem erfreuen sich manche ökonomische Theorien immer noch großer Beliebtheit, obwohl sie seit Jahren oder Jahrzehnten widerlegt sind. Und davon abgesehen erhebe ich nicht den Anspruch auf die letztgültige Wahrheit, sondern will wie gesagt ein kleines Einmaleins zu dem Thema liefern und es damit leichter machen, sich seine eigene Meinung zu bilden. Natürlich habe ich meine eigene Meinung und natürlich wird die manchmal weniger und manchmal deutlich mehr mitschwingen, aber auch wenn jemand mir nach dem Lesen meiner Einträge umso fundierter Kontra geben kann, hat das Blog seinen Zweck erfüllt. Wirtschaftliche Entscheidungen sind immer auch Werteentscheidungen, und deswegen kommen Menschen mit unterschiedlichen Werten zu unterschiedlichen Entscheidungen.

Ökonomie drückt der Politik immer ihren Stempel auf. Zurzeit tut sie das besonders nachdrücklich und es sieht nicht so aus, als würde sich das in naher Zukunft wieder ändern. Als Bürger in einer Demokratie und damit als Wähler sollte man wissen, wofür oder wogegen man seine Stimme abgibt. Die Demokratie und unser aller Wohlbefinden kann davon ja nur profitieren – und wenn die Chance besteht, dass ich mit dem Schreiben dieses Blogs irgendwie dazu beitragen kann, dann ist es den Aufwand mehr als wert.

Zu guter Letzt eine Bitte: Mein Ziel ist es, ein leicht verständliches und vor allem sachliches Blog zu schreiben, bei dem von zwei Theorien die schlüssigere bevorzugt wird, sorgfältige Studien aber mehr zählen als die plausibelste Theorie. Zum Verständnis nicht Notwendiges möchte ich in mit „Exkurs“ bezeichneten Einträgen abhandeln, meine Ergüsse meiner Ansichten und Anschauungen auf „Meinung“-Einträge beschränken. Wenn ich gegen meine eigenen Richtlinien verstoße, schwer verständlich werde, Fehler mache oder außerhalb von „Meinung“-Artikeln unsachlich werde, lasst es mich bitte wissen, per Kommentar oder per E-Mail. Denn zum einen will ich ein möglichst gutes Blog schreiben, und zum anderen lerne ich immer gern dazu 🙂

Und jetzt: An die Arbeit (für mich) und interessante Lektüre (für euch)!

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: