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31. Juli 2012 / AL

Woher kommt unser Geld? – Teil 1: Was ist Geld?

“Die Fähigkeit, auf welche die Menschen den meisten Wert legen, ist die Zahlungsfähigkeit.”
Oskar Blumenthal, deutscher Schriftsteller, Kritiker und Bühnendichter (1852-1917)

Bei diesem Thema macht es Sinn, erst etwas über Geld allgemein zu schreiben und dabei auch ein paar Worte über Edelmetalle zu verlieren. Ich werde mich bemühen, es knapp und nicht zu langweilig zu halten.

Eigenschaften des Geldes
Was ist Geld? Kurz gesagt ist es vor allem ein Mittel, den Warentausch zu erleichtern: Zunächst kann ich damit Dinge erwerben, selbst wann der andere nicht an meinen Waren interessiert ist; ich muss also nicht warten, bis war beide etwas haben, was der jeweils andere braucht. Weiterhin muss ich nicht mehr die Tauschkurse zwischen allen möglichen Waren wissen, sondern nur noch den Geldpreis der jeweiligen Waren. Und außerdem kann ich Geld im Unterscheid zu vielen Waren beliebig lange aufbewahren, um damit später die dann benötigten Waren zu ertauschen. Heutiges Geld wie auch das meiste historische weist einige typische Eigenschaften auf:
– eine hohe Wertdichte, d.h. mit wenig Gewicht in Geld lässt sich viel Gewicht in Ware erwerben, was den Transport erleichtert (auch wenn es davon Ausnahmen gibt https://de.wikipedia.org/wiki/Steingeld)
– als Geld dient etwas, das es von Natur aus nur in begrenzter Menge gibt (Gold, Silber, Schalen bestimmter Muscheln oder auch seltene Federn) oder das nur von einer zentralen Instanz hergestellt und somit knapp gehalten werden kann (Geldscheine, Münzen)
– das Materal selbst hat keinen oder einen im Vergleich zum Geldwert geringen Gebrauchswert (im Unterschied zum sog. Warengeld, das z.B. aus Nutztieren, Pelzen, Messern etc. bestehen konnte) und damit keinen intrinsischen Wert (= keinen Wert aus sich selbst heraus)

Goldwährung und Goldstandard
Der letzte Punkt wird von Verfechtern einer Goldwährung bzw. eines Goldstandards (s.u.) bestritten, die sich auf den Standpunkt stellen, Edelmetalle wie Gold und Silber stellten im Unterschied zu Papiergeld tatsächliche, unvergängliche Werte dar. Teilweise geben diese Verfechter auch den Wert von Waren in Gold oder Silber an, weil dies den “tatsächlichen Wert” darstellen soll. Der Nutzwert von z.B. Gold ist aber recht gering: Es wird nur wenig Gold für industrielle Zwecke so verbraucht, dass es sich nicht wieder rückgewinnen lässt. Das meiste Gold landet in der Schmuckherstellung, ist also ein reines Luxusgut. Warengeld im strengen Sinne, dass der Wert sich aus der Nützlichkeit für das tägliche Leben bestimmt, sind Gold und andere Edelmetalle also nicht; sie sind verzichtbar und verfügen daher über keinen intrinsischen Wert. Gold als Währung beruht zum einen auf seiner Seltenheit (s.o.) und zum anderen auf der Hoffnung, dass Menschen es in Zukunft genauso schätzen werden wie in der Vergangenheit. Gold ist im Vergleich zu anderen Waren auch keinesfalls preisstabil, der Warenwert in Gold schwankt deutlich stärker als der Warenwert in Papiergeld.
Zudem hat Gold als Währung noch einen gravierenden Nachteil: Wenn die Förderung mit der zusätzlichen Warenproduktion nicht mithalten kann, entsteht schnell eine Deflation, d.h. Gold wird im Vergleich zu Waren immer teurer, man macht also automatisch Gewinne, wenn man das Gold hortet und nicht ausgibt. Unter anderem deswegen halten sich alle mit dem Kauf von Waren zurück und ziehen dadurch die Wirtschaft in Mitleidenschaft (mehr dazu in einem späteren Eintrag).

Fiatgeld
Nachdem das Geld Jahrtausende aus Edelmetall bestanden hatte, wurde es durch Papiergeld ersetzt, das aber lange Zeit durch Gold gedeckt war. Jeder Geldschein war also eine Garantie auf die Auszahlung einer bestimmten Menge Goldes durch die Zentralbank. Seitdem dieser sog. Goldstandard in den 1970ern endgültig abgeschafft wurde, ist unser Geld sogenanntes Fiatgeld (von lateinisch “fiat” = “es sei”). Mit anderen Worten: Es ist Geld, weil der Staat sagt, dass es Geld ist und alle es als Geld behandeln und akzeptieren. Einer neueren ökonomischen Theorie zufolge (die sog. Modern Monetary Theory, kurz MMT) wird das Geld vor allem deswegen als Geld anerkannt, weil es das einzige Mittel ist, seine Steuern zu bezahlen; daher braucht es jeder, also kann es als Tauschmittel dienen.
In der Praxis dürfte der Unterschied zwischen beiden Erklärungen gering sein. Außer in sehr ungewöhnlichen Zeiten vertrauen die Menschen aus ihrer Erfahrung heraus darauf, dass sie sich für Geld Dinge kaufen können, das Geld also tatsächlich die Funktion eine Tauschmittels erfüllen kann und somit “Geld ist”.

Fiatgeld wirft allerdings eine neue Frage auf: Früher war Geld einfach nur geprägtes Edelmetall, kam also erst aus Bergwerken und von dort in die Münzprägerei. Muscheln und Federn wurden schlicht gesammelt, Warengeld entstand dadurch, dass die Ware hergestellt wurde. Die Geldmenge war durch natürliche Gegebenheiten begrenzt. Von unserem heutigen Geld lässt sich dagegen beliebig viel drucken, zudem existiert der Großteil des Geldes inzwischen in Form von sogenanntem Giralgeld auf Bankkonten. Wo kommt das Geld also her und wer bestimmt, wie viel es davon gibt? Kurz gesagt: Von den Zentral- und den Geschäftsbanken, die auch die Geldmenge bestimmen. Mehr dazu im zweiten Teil.

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  1. Markus Kohler / Mrz 8 2013 12:12

    Vielen Dank für den sehr interessanten und gut recherchierten Artikel. Das Thema Geld wird ja meistens nur unter dem Gesichtspunkt Geld anlegen behandelt. Mir gefällt dein Ansatz und ich haben den Artikel mit Spaß und Freude gelesen.

    • AL / Mrz 11 2013 19:20

      Vielen Dank für den Kommentar und das Lob! Das Ziel ist ja, Grundlegendes zum Thema Wirtschaft interessant und nachvollziehbar zu schildern, und es freut mich sehr, wenn ich höre, dass mir das in einem Artikel wohl gelungen ist.
      Weiterhin viel Spaß beim Lesen!

  2. Wilfried Müller / Okt 25 2014 13:48

    Den Blickwinkel ändern, Neues bemerken und Alternativen entdecken
    Eigentlich habe ich ja nichts Neues zu berichten, alles ist bekannt, sollte den studierten
    Fachleuten jedenfalls bekannt sein, das Rad muss nicht neu erfunden werden. Und es dürfte
    einem Normalverbraucher keine Schwierigkeiten bereiten, das alles mit gesundem
    Menschenverstand zu verstehen. Aber seltsam, fast keiner will davon etwas wissen. Ob es
    sich dabei um Linke oder Rechte handelt, um Geldfachleute oder -reformer, um studierte
    Ökonomen oder Gewerkschaftler, man will einfach nicht darüber nachdenken. Und
    veröffentlichen will man so etwas auf keinen Fall.
    Bei Ökonomen und Leuten mit gesundem Menschenverstand sind die Grundsätze von
    Buchhaltung und Bilanzierung unbestritten, ebenso die darauf aufbauende
    volkswirtschaftliche Saldenmechanik. Da gibt es immer zwei per def. gleiche Seiten wie Soll
    und Haben, Einnahmen und Ausgaben, Geldvermögen und Geldschulden (wie immer
    abgegrenzt), Exporte und Importe global, die sich immer zu Null addieren. Wenn man die
    Ausgaben an einer Stelle um einen bestimmten Betrag kürzt, dann sinken die Einnahmen an
    anderer Stelle um mindestens denselben Betrag, wenn alle Geldschulden getilgt werden, dann
    gibt es auch keine Geldvermögen mehr, und die Wirtschaft ist kollabiert. In der öffentlichen
    und veröffentlichten Diskussion scheint man solche Banalitäten verdrängt zu haben.
    Bei Ökonomen, jedenfalls solchen ohne ideologische Scheuklappen, gibt es auch keinen
    Streit darüber, dass Wirtschaft nur dann funktionieren kann, wenn alle wirtschaftlich
    relevanten Angelegenheiten gesetzlich geregelt sind (Eigentum, Verträge, Umwelt,
    Geldwesen etc). Und diese gesetzlichen Regelungen werden von Politikern gemacht und
    durchgesetzt. Wenn eine solche gesetzliche Regelung ihren Zweck nicht erfüllt, nicht
    zielführend ist, dann wird ein verantwortungsvoller Politiker sie modifizieren oder kassieren
    und durch ein besseres Gesetz ersetzen. Nebenbei bemerkt: Politiker können und dürfen sich
    nicht wie Theologen oder Juristen verhalten, die Gesetze auslegen und nur für deren
    Einhaltung Sorge tragen, Politiker haben eben diese Gesetze zu verfassen, zu gestalten unter
    dem Gesichtspunkt, dass sie der Wohlfahrt und Nachhaltigkeit der Gesellschaft dienen.
    Oberste Gerichte müssen Politiker von Zeit zu Zeit an diese Pflichten erinnern, sie in
    wichtigen Fällen dazu auffordern, notwendige gesetzliche Regelungen zu beschließen.
    Dieses Primat der Politik wird von allen Politikern in Sonntagsreden beschworen, es wäre zu
    wünschen, dass es auch im Alltag gilt. Jedenfalls sollte der mündige Wahlbürger den
    Politikern nicht erlauben, dass sie sich aus der Verantwortung stehlen, indem sie sich auf
    Sachzwänge berufen. Bei solcher Betrachtung der Lage kann es echte Sachzwänge nämlich
    gar nicht geben.
    Nach der Aufgabe des Goldstandards wurde von Ökonomen zur Kenntnis genommen, dass es
    weltweit nur noch fiat money gibt, dass sich die staatliche Theorie des Geldes in der Realität
    durchgesetzt hat, nach der Geld ein staatliches Konstrukt ohne eigenen Wert ist. Diese
    staatliche Theorie des Geldes (Chartalismus) wurde von Modern Monetary Theory unter
    Einbeziehung der Einsichten von Keynes, Lerner, Minsky u.a. weiterentwickelt und mit dem
    Konzept von Jobgarantie verbunden. MMT kam dabei schlüssig und logisch einwandfrei zu
    der Feststellung: Ein souveräner Staat mit eigener Währung hat bei der Finanzierung seiner
    Ausgaben und Aufgaben keine Schwierigkeiten, wenn er sich nicht in fremder Währung
    verschuldet; als Herausgeber der eigenen Währung durch die staatliche Institution
    Zentralbank ist er im Prinzip nicht auf Einnahmen durch Steuern, Abgaben oder Anleihen
    angewiesen, diese dienen vielmehr politischen Zielen wie der Korrektur von
    Marktergebnissen, der Verhinderung von Inflation usw. Wenn nun ein solcher Staat zwecks
    Bezahlung seiner Ausgaben sein eigenes Geld direkt in den Wirtschaftskreislauf einschleust,
    also die Waren und Dienstleistungen bezahlt, die er im Privatsektor (Privathaushalte und
    Unternehmen des Inlandes) durch Aufträge abgefordert hat, dann kann es keine Forderung
    nach Zinszahlung oder Schuldentilgung seitens des Privatsektors oder Auslandes geben, da
    der Staat ja nur bei sich selbst verschuldet ist. In der Realität und Realwirtschaft verwandeln
    sich diese virtuellen Schulden in öffentliches Vermögen (Staatsvermögen), in Infrastruktur im
    weitesten Sinne. Natürlich lassen sich diese fiktiven Schulden rein theoretisch tilgen, wenn
    der Staat dieses öffentliche Vermögen zu Herstellungspreisen an den Privatsektor verkauft
    (privatisiert) und die dabei erzielten Einnahmen an die Zentralbank zwecks Tilgung der
    „Schulden“ weiterreicht. Dann fehlt das Geld allerdings im Privatsektor und in der
    Privatwirtschaft mit unabsehbaren Folgen für die Wirtschaft.
    Um es klar und deutlich zu wiederholen: Es muss klar unterschieden werden zwischen dem
    Staatssektor und dem Privatsektor, es muss demzufolge auch ein wenigstens zweistufiges
    Bankensystem geben: die Zentralbank ist als staatliche Institution dem Staatssektor
    zugeordnet, sie schleust Zentralbankgeld durch Auftragsvergabe des Staates in die Wirtschaft,
    dabei ist dieses Geld durch fiktive Schulden gekennzeichnet; im Privatsektor gibt es ein
    zweites Bankensystem, das mit dem Privileg ausgestattet ist, dass es Geld „schöpfen“ darf
    und Kredite vergeben; im Bankensektor wird die ursprüngliche Menge an Zentralbankgeld
    durch Geldschöpfung (Bilanzverlängerung: Forderung = Schulden) vervielfacht
    (Zentralbankgeld macht nur 5 % der Geldmenge aus); dieses im Bankensektor geschöpfte
    Geld ist „Schuldengeld“ (Kreditgeld), dafür müssen Zinsen gezahlt werden, der Kredit muss
    getilgt werden, das ursprüngliche Zentralbankgeld ist Teil der gesamten Geldmenge,
    gewissermaßen als ein Gemeinschaftsgut darin enthalten. Der Banken- und Finanzsektor
    muss sorgfältig reguliert und beaufsichtigt werden . Man kann dabei an ein
    Trennbankensystem denken, an höheres Eigenkapital, Reserve- und Bewertungsvorschriften,
    Finanzprodukte und Derivate müssen genehmigt werden, nichts darf außerhalb der Bilanz
    versteckt werden, Spielbanken mit ihren Wettgeschäften sind nicht systemrelevant, werden
    nicht vom Staat gerettet, man mag über eine Art Bancor nachdenken, um Spekulation gegen
    Währungen einzudämmen, es gibt im Rahmen von Kartellbetrachtung ein“too big to save“
    usw. .
    Eine staatliche Finanzierung, die zu den oben beschriebenen virtuellen Schulden führt, ist
    bislang verboten, weil so etwas starken wirtschaftlichen Interessen widerspricht und in
    diesem Sinne auch gesetzlich geregelt wurde. Eine andere gesetzliche Regelung ist jedoch
    möglich, wenn die Politik das wirklich will, um sich aus der Gefangenschaft durch die
    Finanzmärkte (Tietmeyer) zu befreien. – Diese virtuellen Schulden müssen gedanklich scharf
    unterschieden werden von den Schulden, die ein Staat macht, wenn er Anleihen auflegt und
    diese an den Privatsektor verkauft zwecks Erzielung von Einnahmen; solche staatlichen
    Anleihen werden im Privatsektor gehandelt, dafür müssen Zinsen gezahlt werden, diese
    Schulden müssen auch getilgt werden.
    Angesichts des riesigen Investitionsstaus gerade im öffentlichen Bereich sollte es an der Zeit
    sein, auf diesem Wege (mittels virtueller Schulden) öffentliches Vermögen aufzubauen, zu
    investieren und mit der Manie von Privatisierung aufzuhören, mit dieser Verschleuderung
    des öffentlichen Vermögens. Denn mangels Gewinnaussichten wird ja von den
    Privatunternehmen seit längerer Zeit nicht mehr in die Realwirtschaft investiert (die
    Privatwirtschaft „investiert“ vielmehr in Finanzprodukte, die höhere Rendite versprechen,
    und produziert dadurch „Blasen“), es entsteht also auch da eine zusätzliche Investitionslücke
    und vergrößert diese in der Volkswirtschaft insgesamt.
    Sicher, ein gewöhnungsbedürftiger Denkansatz, aber das ist kein hinreichender Grund, um
    jede Diskussion darüber zu verweigern. Und mir geht es zunächst einmal darum, dass so
    etwas ernsthaft diskutiert wird. In diesem Falle könnte man nämlich dank besserer Diagnose
    die Banken- und Finanzkrise von ihren Ursachen her angehen und sogar lösen. Und das
    ewige Gerede über die Staatsschulden könnte ad acta gelegt werden, weil es schlichter
    Aberglaube ist. Natürlich ist mir auch klar, dass es erhebliche Schwierigkeiten geben wird bei
    der Regelung des Finanzbereichs im Privatsektor, wo es vornehmlich um Privilegien geht und
    deren Verteidigung. Aber vielleicht würde die Finanzkrise dann nicht mehr alle anderen
    Probleme aus den Blickwinkel verdrängen, könnte sich die Politik ernsthaft mit den wirklich
    wichtigen Themen der Nachhaltigkeit beschäftigen. Ich gebe die Hoffnung jedenfalls nicht
    auf, vielleicht ist der Mensch ja kein Irrläufer der Natur, wie A. Koestler meinte, der scheitert,
    weil er seine Lebensgrundlagen vernichtet. Und ich gehe davon aus, dass der Kapitalismus in
    seiner bisherigen Form nicht überlebensfähig ist, dass er aber im Prinzip reformiert werden
    kann; ich maße mir nicht an, vorauszusagen, wie das Ergebnis solcher Reformen aussieht.
    Falls man übrigens an einer gut lesbaren und mit historischen Fakten gespickten Darstellung
    der gegenwärtigen Wirtschaftslage interessiert ist, dann kann ich ohne Vorbehalt empfehlen
    „Der Sieg des Kapitals“ von Ulrike Herrmann; ich habe bei der Lektüre eine Menge gelernt.
    Die Lektüre von „23 Lügen, die sie uns über den Kapitalismus erzählen“ von Ha-Joon Chang
    sowie „66 starke Thesen zum Euro, zur Wirtschaftspolitik und zum deutschen Wesen“ von
    Heiner Flassbeck lassen einen grübeln, ob die von den meinungsbildenden Medien
    verbreiteten Wirtschaftsnachrichten so wirklich stimmen können. Natürlich gibt es viele
    weitere kritische Beiträge zu Fragen der Wirtschaftstheorie und Wirtschaftspolitik.
    Und falls man einen logischen oder sachlich-fachlichen Fehler in meiner Argumentation
    entdeckt, dann teile man mir das bitte mit; ich belästige andere nämlich nicht gern mit Unsinn
    . Dabei kann ich „utopisch“, „nicht realisierbar“ und andere Totschlag“argumente“ nicht
    akzeptieren, weil sie nichts mit Logik oder Fachkenntnis zu tun haben.
    PS 1: Financial debt is a debt, but government debt is financial wealth to the private sector
    (jedenfalls bei keiner Auslandsverschuldung in fremder Währung und außenwirtschaftlichem
    Gleichgewicht; R. Wray, einer der Pioniere von MMT).
    PS 2: Den USA gelingt es bislang immer noch, sich auch im Ausland in eigener Währung zu
    verschulden (Export von Dollar gegen Import von Waren und Diensten aus dem Ausland), so
    dass sie keine Schwierigkeiten bei der Zinszahlung haben; die Staatshaushaltsprobleme und
    die Schuldenobergrenze der USA sind hausgemacht; der Gesetzgeber könnte diese
    gesetzliche und finanzielle Selbstfesselung der Politik per Gesetz auflösen, falls Wall Street
    das erlauben würde, was unwahrscheinlich ist. Es müsste ein mindestens zweistufiges
    Bankensystem installiert werden mit der Zentralbank als staatlicher Institution einerseits, dem
    Bankensektor im Privatsektor andererseits, wie von MMT vorgeschlagen.

    • AL / Nov 15 2014 14:51

      Ich stimme Ihnen in sehr, sehr vielen Punkten zu. Objektive Lösungen für wirtschaftliche Probleme lassen sich finden, wenn man konsequent die Daten analysiert und die Hypothesen überprüft, wie Wissenschaft das tun sollte. Leider folgen viele Ökonomen, vor allem Neoklassiker, aber nicht der wissenschaftlichen Methode (und sind daher auch nicht als Wissenschaftler zu bezeichnen).

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